Falls Ihr noch keine Bekannschaft mit einem Vertreter der Lausfliegen gemacht habt- seit froh! Und lest aufmerksam diesen Artikel durch.

Ich gestehe, dass ich bis vor kurzem auch nur mal am Rande über die Lausgfliegen gehört hatte, weil sie praktisch nur dann eine Rolle spielen, wenn das Pferd befallen und auffällig ist. Lausfliegen müssen für Pferde (im übrigen auch für Hunde) eine Quälerei sein, die seinesgleichen sucht, aber fangen wir von vorne an:

Lausfliegen gehören zu den Fliegen und teilen sich in die Ordnungen Hippoboscidae und Nycteribiidae (Fledermauslausfliege) auf und leben ektoparasitisch. Zu den Hippoboscidae gehören die Pferdelausfliege, Hirschlausfliege, Schaflausfliege, Rehlausfliege, Schwalbenlausfliege u.e.m. Besonders häufig sind in unseren Breitengraden die Hirschlausfliege, Schaflausfligege oder Rinderlausfliege anzutreffen. Diese besiedeln dann die entsprechenden Wirte, sind aber nicht besonders wirtsspezifisch, d.h. eine Hirschlausfliege kann eben auch Pferde oder Hunde befallen. Besonders betroffen sind daher Pferdeherden, die entweder neben Rind- oder Schafherden stehen oder dicht an Wäldern mit Wildwechsel.

Wie sieht der Befall nun aus?

Die Lausfliege ist relativ klein und vom Aussehen her eine Mischung aus Zecke und Fliege. Sie ist extrem flink und flach, so dass man sie sehr schwer erkennen kann.

Hauptflugzeit ist im Spätsommer bis Frühherbst (je nach Witterung aber auch früher oder später). Die Lausfliege umkreist ihren Wirt, was bei Pferden schon einmal erste Unruhesymptome auslösen kann. Die Paarung der Lausfliegen findet ebenfalls am oder auf dem Wirt statt verbunden mit Balztänzen und Flugspielen. Auch das kann sich beim Pferd verständlicherweise in gesteigerter Unruhe zeigen. Die Lausfliege hat kräftige Beine mit Widerhaken und Klauen, womit sie sich in Fell und Haut eingraben. Dann beißen sie und saugen Blut. Der Biss kann schmerzhaft und stark unangenehm für Tier und Mensch sein. In der Regel verbleiben die Lausfliegen eine Weile auf ihrem Wirt und saugen mehrmals in Etappen BLut, hierfür wandern sie auch auf Ihrem Wirt herum. Diese Wanderung erfolgt so schnell, dass ein menschliches Auge Schwierigkeiten hat zu folgen, das Pferd reagiert jedoch regelrecht panisch!

Die Symptome beim Pferd werden von betroffenen Pferdebsitzern also wie folgt beschrieben:

  • starker Juckreiz
  • plötzlich aufkommende Unruhe
  • unerklärliche Panik mit Auskeilen, Rennen, Schweifschlagen etc
  • auch plötzliches Bocken / Durchgehen im Wald beim Ausritt/ Spaziergang
  • teils wurden schon kolikartige Symptome beschrieben, die nach Ankunft des Tierarztes ohne Befund blieben

Sollte Dein Pferd also von einem auf den anderen Tag solch merkwürdiges Verhälten- unerklärlicherweise- an den Tag legen sollte, zieh bitte ein Befall durch die Hirschlausfliege in Betracht. Die Diagnostik ist leider entsprechend schwierig: manche erwischen die kleinen Parasiten nur durch intensives Auskämmen mit des Pferdes mit einem Nissenkamm. Andere berichteten nach erfolgreicher Beseitigung durch Waschung des Pferdes mit enstprechenden Shampoos. Die Lausfliegen beißen allerdings gerne an nahezu haarlosen Stellen:

  • Euter und Schlauch
  • Schweifrübe
  • Anusregion
  • Hinterbacken

Hier lohnt es sich also einen intensiven Blick zu risikieren, sollte der Verdacht auf Befall bestehen. Manche Pferde zeigen ihrem Besitzer auch recht deutlich, wo zu suchen ist.

Der Befall ist leider nicht nur äußerst unangenehm für das Pferd, sondern birgt auch das Risiko einer Infektion, denn die Ektoparasiten können (genauso wie die Zecken) Viren und Bakterien beim Blutsaugen übertragen. Daher ist der Vorbeugung einen großen Stellenwert einzuräumen: Das Pferd sollte in Risikogebieten durch das Auftragen von entsprechend wirksamen Repellentien und Fliegendecken geschützt werden.

Mehr Infos:

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